Auf dem Bild bin ich zusammen mit meiner Frau Renate vor dem Gewächshaus zu sehen. Ich bin 64
Jahre alt (auf dem Bild waren es noch ein paar Jahre weniger),
verheiratet und habe einen erwachsenen Sohn, der absolut nichts mit
Kakteen im Sinn hat. Er ist inzwischen verheiratet und wohnt mit seiner Frau ganz in der Nähe von uns. Ich beschäftige mich seit mehr als 35 Jahren mit Kakteen, die meiste Zeit davon mit Sulcorebutien. Neben diesem sehr zeitaufwändigen Hobby treibe ich
noch viel Sport (Nordic Walking, Training im Fitnesstudio).
Zu unserer Familie gehört auch "Kira", unser lieber Hund. Sie ist seit 2002 bei uns und beansprucht einen guten Teil unserer Zeit, denn sie liebt ausgedehnte Spaziergänge, bei denen sie am liebsten frei laufen will
Meine Sulcorebutia-Sammlung umfasst derzeit rund 5000
verschiedene Exemplare (Klone) die großteils wurzelecht in im Winter beheizten
Frühbeeten kultiviert werden. 2 kleine Gewächshäuser dienen
hauptsächlich zur Unterbringung der Vermehrungen und der
Vermehrungspfropfungen. Die Kultur von Sulcorebutien in Frühbeeten hat
einerseits den Vorteil, dass es gelingt, Pflanzen zu kultivieren, die
Wildpflanzen relativ ähnlich sehen. Ob das schön ist oder nicht, darüber streiten sich die Geister. Andererseits stehen diesem Vorteil
mehrere Nachteile gegenüber, angefangen von der Gefahr von
Verbrennungen durch die immer agressiver werdende Sonne bis hin zu
Problemen bei der Heizung der Frühbeete im Winter. Insgesamt gesehen
überwiegen für mich die Vorteile der Frühbeetkultur, aber mit zunehmendem
Alter wird es immer schwieriger, diese Art der Kultur aufrecht zu
halten.
So sahen meine Frühbeete im Winter 2005/2006 zeitweise aus
Und so sieht das im Sommer aus
Wie schon weiter oben erwähnt, beschäftige ich mich seit 35 Jahren überwiegend mit Sulcorebutien. Während dieser Zeit habe ich auch mehrfach das Herkunftsland der Sulcos besucht - Bolivien. Teilweise wurde ich auf diesen Reisen von anderen Kakteenfreunden begleitet, teilweise auch von meiner Frau und einmal sogar von unserem Sohn.
Oben habe ich schon gesagt, dass
ich etwa 5000 verschiedene Sulcorebutiaklone habe, quer durch die ganze Gattung und von wenigen Ausnahmen abgesehen, praktisch alle bekannten Arten und Varietäten sowie alle wesentlichen Feldnummern. Die
wurzelechten Pflanzen stehen Sommer wie Winter in den Frühbeeten auf ca. 20 Quadratmeter Stellfläche. Alle Pflanzen sind getopft - in kleinen Töpfen - und werden so
klein wie möglich gehalten. Meine Erdmischung besteht aus Lava, Bims, Perlite und
Blumenerde, von letzterer ca. 15%. Zur Prophylaxe gegen Sclerotium enthält meine Erdmischung 0,1% Rovral. Die minimale Überwinterungstemperatur beträgt ca. 5°C, aber an
den Rändern der Beete geht es auch mal etwas unter null. Probleme damit hatte
ich bisher nur mit S. krugerae und glomeriseta, die am Rand stehend erfroren
sind. Vielleicht noch die Beheizung der Frühbeete: Alle Frühbeete haben
Bodenheizung mit Heizkabel. In einigen der Beete wird die Luft ebenfalls mit
Heizkabeln erwärmt, in anderen mit Fönen. Geregelt wird das Ganze über herkömmliche Thermostaten mit Fernfühlern, teilweise sogar noch über Kontaktthermometer und Relais. Gegossen wir bei mir mit Regenwasser,
mit der große Brause über Kopf, was auch manchmal zu Problemen führt
(anschließende Verbrennungen oder sonstige Schäden im Scheitel). Einmal im Frühjahr und beim letzten Gießen des Jahres werden die Kakteen prophylaktisch mit Dimethoat behandelt. Dadurch sind seit eh und je tierische Schädlinge in meiner Sammlung nicht zu finden. Viel mehr Probleme hatte ich mit diversen Pilzen, wobei eine umfangreiche Infektion von Sclerotium-Pilzen vor einigen Jahren fast zur Katastrophe geführt hätte (Wer dazu Informationen haben möchte, kann mich jederzeit kontaktieren). Seit dem Jahr 2006 verwende ich "Vitanal" als Gießwasserzusatz und auch zum Sprühen. Obwohl ich "Wundermitteln" mit großer Distanz gegenüber stehe, muss ich gestehen, dass sich meine Sulcos seitdem prächtig entwickeln und Schäden, die durch verschiedene Infektionen ausgelöst worden sind, langsam aber sicher auswachsen. Verluste sind inzwischen auf ein Minimum zurück gegangen. Die Pflanzen, die ich in den letzten Jahren umgetopft habe, zeigten eine Bewurzlung, wie ich sie noch nie gesehen habe. Da ich nichts anders gemacht habe als sonst, schreibe ich diesen Erfolg dem "Vitanal" zu. Ich werde die weitere Entwicklung genau verfolgen und zu gegebener Zeit darüber berichten. Auf der Kontakt-Seite findet sich ein Link zu mehr Informationen zu diesem Produkt.
Dünger gibt es bei mir einmal im Jahr (1g/l Düngesalz von Kakteen-Schwarz) Meine Pflanzen werden etwa alle 5 Jahre umgetopft (es sei denn, die Töpfe platzen vorher auseinander).
Neben der praktischen Beschäftigung mit den Kakteen (Umtopfen, Fotografieren, "Stacheln zählen") versuche ich auch möglichst viel über die Morphologie der Pflanzen, ihre verwandtschaftlichen Zusammenhänge und ihre geographische Verbreitung herauszufinden. Einen Teil des daraus resultierenden Wissens habe ich zu dem Buch über die Gattung Sulcorebutia beigetragen, sowie in vielen Artikeln in in- und ausländischen Kakteenzeitschriften veröffentlicht. Eine Liste dieser Artikel können Sie über den folgenden Link herunterladen.
Augustin Karl, Gertel Willi und Hentzschel Günter (2000): Sulcorebutia - Kakteenzwerge aus den bolivianischen Anden.
erschienen im Ulmer Verlag Stuttgart ISBN 3-8001-6685-2
Für Sulcofreunde, die sich intensiver mit der Gattung Sulcorebutia beschäftigen, ist das von Günther Fritz, Johan de Vries und mir zusammengestellte "Kompendium der Feldnummern der Gattung Sulcorebutia" ein unverzichtbares Standardwerk. Ab 1.4.2008 gibt es die 117 Seiten umfassende 6. Auflage. Informationen darüber können bei mir angefordert werden.